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Marienmünster, ehem. Klosterkirche

Amsterdam» Oude Kerk: Hauptorgel

Johann Patroclus Möller 1736-1738

Erhaltungszustand: Pfeifenbestand weitgehend erhalten, dazu die Springlade im Brustwerk. Restaurierungen 1921 und 1961-66.

Die Orgel in Marienmünster ist die größte Orgel Möllers, die heute noch erhalten ist und die größte Denkmalorgel der Region. In der Geschichte der Orgelrestaurierung nimmt sie ebenfalls einen besonderen Rang ein, wurde doch bei der ersten Restaurierung 1921 auch ein wichtiger Bestandteil der technischen Anlage, nämlich die Möllersche Springlade im Brustwerk bewahrt und blieb so erhalten – in einer Zeit, als man unter „Orgelrestaurierung“ nur die Bewahrung klingender Komponenten verstand, also des Pfeifenwerks, jedoch die gesamte technische Anlage ohne Zögern unter Anwendung der jeweils neuesten Errungenschaften der Epoche modernisierte. Doch solche Veränderungen des technischen „Unterbaus“ erzwangen nicht selten eben auch mehr oder minder massive Eingriffe auch an den Pfeifen selbst und damit an deren Klangqualitäten; die Einsicht, dass die in den Augen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts veraltete technische Anlage selbst einen durchaus entscheidendem Einfluß auf den Gesamtklang einer Orgel ausübt, erwuchs erst mit Restaurierungen wie derjenigen in Marienmünster.

Die westfälische Orgel stellt ein bemerkenswertes Zeugnis der Verschmelzung unterschiedlicher Idealvorstellungen von der Orgel dar. In der Schnittzone der konfessionell völlig unterschiedlichen nord- und mitteldeutschen und der niederländisch-flämischen Orgellandschaften gelegen, erwuchs ein Orgeltyp von beeindruckender Monumentalität, der nur sehr wenig von den ansonsten in katholischen Regionen feststellbaren italienischen Einflüssen zeigt. In mancherlei Hinsicht besitzt der Möllersche (und regional-westfälische) Orgelstil sehr eigenständige Züge wie die besonders zusammengesetzte Sesquialtera oder einzelne einfüßige Register. Die Orgelarchitektur mit den zu einem grandiosen Halbrund an das Hauptgehäuse angeschlossenen Pedaltürmen verrät norddeutsche und niederländische Vorbilder, jedoch bildet die deutliche, die gesamte Empore umschließende Breitentendenz gegenüber den hochaufragenden niederländischen Orgeln einen sofort sichtbaren Unterschied.

Disposition:

Manualumfang C,D –c3; Pedal C,D-d1.

III+P

HW:
Principal 16’ (Möller)
Octav 8’ (Möller)
Viola di gamba 8’ (großteils Möller)
Gemshorn 8’ (Möller)
Quinte 6’ (Möller)
Octav 4’ (Möller)
Duesflöte 4’ (Möller)
Gedackt 4’ (B; großteils Möller)
Cornett 3f. (D; Möller)
Terz aus 4’ (1 3/5’) (großteils Möller)
Sesquialtera 3f. (Möller)
Mixtur 2’ 5f. (großteils Möller)
Zimbel 1’ 4f. (1966)
Trompete 8’ (Möller)
Vox humana 8’ (Möller)

RP:
Principal 8’ (Möller)
Gedackt 8’ (Möller)
Octav 4’ (Möller)
Rohrflöte 4’ (Möller)
Quinte 3’ (Möller)
Quintflöte 3’ (Möller)
Octav 2’ (Möller)
Waldflöte 1’ (großteils Möller)
Sesquialtera (1 3/5’+1’) 2f. (Möller)
Mixtur 11/2’ 4f. (Möller)
Fagott 16’ (Möller)
Hautbois 8’ (Möller)

BW:
Quintadena 8’ (1966)
Traversflöte 4’ (1966)
Gedackt 4’ (Möller)
Octav 2’ (Möller)
Quinte 1 1/3’ (1966)
Flageolett 1 1/3’ (Möller)
Mixtur 1’ 3f. (Möller)
Krummhorn 8’ (großteils Möller)


P:
Principal 16’ (Möller)
Subbaß 16’ (1966)
Octave 8’ (1966)
Nachthorn 4’ (Möller)
Mixtur 4’ 6f. (Möller)
Choralflöte 1’ (1966)
Posaune 16’ (Möller)
Trompete 8’ (Möller)

 

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