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Zwettl, Hauptorgel

Johann Ignaz Egedacher 1728-1731

Erhaltungszustand: 1880 tiefgreifend umgebaut und umintoniert; technische Anlage und ein großer Teil des Pfeifenwerks erhalten. Manuale und das Pedal besitzen noch die originalen Umfänge (C-c3 bzw. C-gis0 mit gebrochener kurzer Oktave). Alle Manualwerke sind im Brüstungsgehäuse untergebracht.

Die Hauptorgel von Zwettl ist eine der eindrucksvollsten Schöpfungen der Familie Egedacher. Hier ist die Aufteilung des Orgelwerkes aus der Notwendigkeit heraus, das große Westfenster nicht zu blockieren, geradezu auf die Spitze getrieben worden. beim ersten Anblick möchte man als Betrachter annehmen, der Großteil des Instruments sei in den beiden mächtig aufragenden Gehäusen neben dem Fenster untergebracht. Doch dieser Anschein täuscht: Diese enthalten „lediglich“ die Register des Pedals mit dem Prinzipal 16’ in der Fassade. Doch alle drei Manualwerke finden ihre Aufstellung im – bei genauerer Betrachtung – nicht weniger imposanten Brüstungsgehäuse.

Da so die Manualwerke kaum räumlich voneinander getrennt sind, ist ihre unterschiedliche Charakterisierung vor allem über die kontrastierenden Klangfarbenzusammenstellungen der einzelnen Werke erreicht worden. So entsprechen Hauptwerk und Positiv den damals üblichen Zusammenstellungen einer selbständigen großen gegenüber einen kleinen Orgel der Zeit, vereinigt in einem Gehäuse. Für das dritte Manual wurden von Egedacher „absonderliche und Special Galanteri Register“ vorgesehen; es handelt sich faktisch um eine freie Interpretation eines französischen „Cornet Recit“ mit eigenständiger Art der Zusammensetzung und durchgehender Registerteilung.

Musikbeispiel:

Johann Joseph Fux (1660-1741) : Sonata terza
Gespielt von Elisabeth Ullmann

Disposition nach dem Kontrakt von 1728:

III+P

HW:
Prinzipal 8’
Coppel 8’
Gamba 8’
Octav 4’
Hohlflöte 4’
Bifara 4’
Quint 2 2/3
Superoctav 2’
Horn 2’ 2f.
Mixtur 2’ 2f.
Cymbel 1’ 3f.

Pos:
Coppel 8’
Prinzipal 4’
Rohrflöte 4’
Octav 2’
Quint 1 1/3
Mixtur 1’ 3f.

„das dritte Clavir“ (geteilte Schleifen zwischen h0/c1):
Coppel/Flöte 8’
Dulciana/Schwiegel 4’
Flageolett/Flageolett 2’
Fagott/Oboe 8’

P:
Prinzipal 16’
Subbaß 16’
Prinzipal 8’
Nasard 5 1/3
Superoctav 4’
Quint 2 2/3
Horn 2’ 2f.
Mixtur 2’ 6f.
Cymbel 1 1/3’ 4f.
Bombardon 32’

Manualkoppel HW/Pos

 

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