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St. Veit am Vogau, Kath. Pfarrkirche

St. Veit am Vogau, Kath. Pfarrkirche

zugeschrieben Christoph Egedacher

Erhaltungszustand: Das Instrument entstand ursprünglich für die Klosterkirche Mariazell. Bei seiner Erbauung wurde das Register Principalbass 16’ der Vorgängerorgel wiederverwendet. Im 19. Jahrhundert erhielt das Instrument einen freistehenden Spieltisch, der bei der Restaurierung wieder entfernt wurde.


Das Instrument repräsentiert die Entwicklungen, die sich im Bereich der Egedacher-Werkstätte, stilbildend für zahlreiche spätere Orgelbauer des bairisch-österreichischen Raumes, vollzogen hatten, in besonderem Maße. Hauptwerk und Positiv (hier als Oberwerk) unterscheiden sich kaum noch, sondern korrespondieren miteinander bei lediglich dynamischer und räumlicher Differenzierung. Die Grundlagen 8’ und 4’ sind jeweils kontrastierend mit Prinzipal- und Gedackt-/Flötenregistern besetzt; in diesen Fundus sollten im weiteren Verlauf der Entwicklung zusätzliche Farbregister integriert werden.

 

Disposition:

Manualumfänge C-c3, Pedal C-a0 (jeweils kurze Oktave)

HW:
Principal 8’
Principal (transponierend) 8’
Copel major 8’
Octav 4’
Copel minor 4’
Quint 3’
Superoctav 2’
Mixtur 2’ 4f.
Cimpel 1’

OW:

Portun 8’
Copel 8’
Principal 4’
Flauto 4’
Quint 3’
Octav 2’
Mixtur 2’ 3f.

P:
Principalbass 16’ (16. Jhd.)
Octavbass 8’
Superoctavbass 4’
Quintbass 3’
Mixtur 2’ 4f.

Schiebekoppel OW/HW

 

Der zweite Zug für den Principal 8’ (HW) betätigte eine (nunmehr stillgelegte) Transponiervorrichtung, so dass das Register einen Ganzton tiefer (damit im Kammerton) erklang, eine weitere technische Lösung für das Problem des Musizierens mit kammertönigen Instrumenten im Verlauf des 18. Jahrhunderts.

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