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Stralsund: Marienkirche   

Friedrich Stellwagen 1653-1659

Erhaltungszustand: Im 18. und 19. Jahrhundert stark verändert. Nach Auslagerung seit 1951 in mehreren Bauabschnitten Wiederaufbau durch Alexander Schuke. Nach umfangreicher Dokumentierung 2000 von 2004 bis 2008 durch die Werkstätten Wegscheider und Böhme (beide Dresden) und van Rossum (Andel/NL) restauriert.

Friedrich Stellwagen zählt zweifellos zu den bedeutendsten Orgelbauern des 17. Jahrhunderts im Ostseeraum, der in jener Zeit in großen Teilen zum Königreich Schweden gehörte. Dies macht die engen kulturellen Verflechtungen dieser Region über die Sprach- und späteren politischen Grenzen hinweg begreiflich. Die Orgel der Stralsunder Marienkirche ist eines der größten Orgelwerke dieser Region in jener Epoche. Stellwagen zeigt sich hier als bedeutender Vermittler des Klangreichtums des 16. Jahrhunderts in die neue Epoche. Der große Reichtum an Zungenstimmen einschließlich der im 16. Jahrhundert so beliebten Regalstimmen ist noch ganz der Klangwelt der ausgehenden Renaissance verpflichtet. Auch die klanglich differenzierten Gedackte und Flötenstimmen stellen orgelbauerische Errungenschaften der Renaissance dar, die Stellwagen in ein Werk von barocker Monumentalität integrierte.

Die Anlage des Prospekts entspricht der in und um Hamburg ausgebildeten Anlage mit deutlich sichtbarer Trennung der Orgelteilwerke in einzelne Baukörper. Die hier ausgeprägte Höhenstaffelung von Rückpositiv und Hauptwerk mit dem darüber eingefügten Oberwerk, flankiert von beeindruckenden Pedaltürmen ergibt einen geradezu pyramidenförmigen Gesamtaufbau, der ästhetisch hervorragend mit dem gotischen Kirchenraum harmoniert.

Disposition

III+P/51

FlachHW:

Principall 16’

Bordun  16’

Octava   8’

Spitz Flött  8’

Hollquinta 5 1/3'

Super oktav  4’

Holl Flött  4’

Flachflött 2’

Rauschpfeife 2-4f.

Mixtur  6-10f.

Scharf  4-6f.

Gr. Trommet 16’

OW:

Principall 8’

Hollflött  8’

Octava 4’

Gr. Plockflött 4’

Nasatt 2 2/3

Gemshorn 2’

Scharf 4-6f.

Trommet 8’

Krumhoren 8’

Schalmey  4’

RP:

Gr. Quintadeen 16’

Principall  8’

Gedact 8’

Quintadeen  8’

Octava 4’

Dultz Flött  4’

Feltpfeife 2’

Sesquialtra  2f.

Sifflit 1 1/3

Scharf 6-10f.

Zimbell 3f.

Dulzian 16’

Tröchterregal 8’

Sup. Regal  4’

P:

Gr. Principal Bas  32’ (ab F)

Principal Bas 16’

Gedact.Untersatz 16’

Oktaven bas 8’

Spitz Flött Bas  8’

Superoctaven Bas  4’

Nachthoren Bas  4’

Feltpfeiffen Bas 2’

Mixtur Bas  4f.

Posaunen Bas 16’

Trommet Bas  8’

Dulcian Bas  8’

Schallmey Bas 4’

Cornet Bas  2’

 

Koppel OW/HW; Tremulant; Tromell, Vogelgeschrei, Zimbelstern Glocklein

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