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Stade / Ss. Cosmae et Damiani

Behrendt Huß, 1675

Trotz der zahlreichen Veränderungen ist die Substanz des Instrumentes weitgeheno erhalten geblieben. Es gehört wegen seiner Grölte und auch wegen der originalen Zungenregister zu den wert/offsten Kfangdokumenten aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. An dieser Orgel war Vincent Lübeck der erste Organist.

 

Beim Bau der 1675 fertiggestellten Orgel von Behrendt Huß in der Kirche Ss. Cosmae et Damiani in Stade wirkte als Geselle der junge Arp Schnitger mit Noch vor dem Abschluss der Arbeiten wurde 1674 Vincent Lübeck als Organist dieser Orgel eingestellt 1676 vollendete Schnitger nach dem Tode von Huß das begonnene Instrument in der benachbarten Wilhadi-Kirche und konnte damit bald überregionale Bekanntheit erreichen, 1688 führte er mit Vincent Lübeck eine Veränderung an der Disposition der Orgel von St Cosmae durch. Dabei fügte er drei Zungenregister und die Zimbel des Oberwerks hinzu. Der Lauf der Jahrhunderte brachte mehrere substantielle Veränderungen an Gehäuse und klanglicher Konzeption, So baute 1781 Georg Wilhelm Wilhelmi die Pedaltürme um, damit auf der Empore Platz für die Kirchenmusik gewonnen werden konnte, 1870 wurde durch Johann Hinrich Rover die originale und etwa einen Ganzton über dem heutigen a=440 Hz liegende Tonhöhe auf „moderne Orchesterstimmung" herabgesetzt und eine gleichschwebende Temperierung vorgenommen. Wegen einer erneuten Vergrößerung der Empore musste das Rückpositiv einen neuen Platz hinter der Orgel finden, weshalb der dortige - und nun verborgene - Prospektprinzipal der Ablieferung 1917 entgehen konnte. Eine erste Restaurierung durch Paul Ott 1948 platzierte das Positiv in der mittlerweile mehrmals veränderten Emporenbrüstung, 1956 beseitigte man die kurzen Oktaven in Manualen und im Pedal Nachdem die Orgel durch die zahlreichen Umbauten und Eingriffe funktionsuntüchtig geworden war, stellte 1972-1975 eine Restaurierung durch die Orgelbauwerkstatt von Jürgen Ahrend (Leer-Loga) den Zustand von 1688 wieder her.

Musikbeispiel

Musikbeispiel:
Vincent Lübeck: Praeludium E-Dur (gespielt in C-Dur)
Gespielt von Martin Boecker

Film zur Orgel in Stade / Ss. Cosmae et Damiani

Disposition

Disposition (A=Ahrend; H=Huß; S=Schnitger)

+P/42

Oberwerk (C, D, E, F, G, A- c3 = 45 Töne)

Principal 16' A
Quintadena 16' H
Octav 8' H
Gedackt 8' H
Octav 4' H
RohrFlöt 4' H

Nassat 3' H
Octav 2' H
Mixtur 6-fach H/A
Cimbel 3-fach A
Trommet 16' S
Trommet 8' H
Rückpositiv (C, D. E. F. G. A-c;' = 45 Tone)

Principal 8' H
Ouintadena 8' H
RohrFlöt 8' H/A
Octav 4' H

Wald Flöt T H
Sieflöt 1 1/2' A
Sesquialter 2-fach A
Scharff 5-fach A
Dulcian 16' H
TrechterRega 18' H

Brustwerk (C, D, E, F, G, A - c3 = 45 Töne)

Gedackt 8' H
OuerFlöt(abc') 8' H
Flöt 4' H
Octav 2' H
Tertia 1 3/5 H
Nassat Ouint 1 1/2' H/A

Sedetz V H/A
Scharff 3-fach H/A
Krumphorn 8' S
Schalmey 4' S/A


Pedal (C, D, E - d1 = 25 Töne)

Principal 16' H/A
Sub=Bass 16' H/A
Octav 8' H
Octav 4" H
Nachthorn 1' H
Mixtur 5-6-fach H
Posaun 16' H
Dulclan 16' A
Trommet 8' H
Cornet 2' A
Manualschiebekoppel BW an OW
Tremulantfürdas ganze Werk
Glockenspiel (vom OW aus spielbar; 1983 rekonstruiert)
Tonhöhe: ai = 493 Hz
Stimmung; modifiziert mitteltönig (3 reine Großterzen)
6 alte Bälge
Winddruck: 82 mm WS

 

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