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Halle, Marktkirche, Chororgel

Halle, Marktkirche, Chororgel
Halle, Marktkirche, Chororgel

Georg Reichel 1664

Erhaltungszustand: Mehrere Reparaturen im 18. und 19. Jahrhundert. 1971/72 von der Firma Schuke restauriert.

Händel hat sehr wahrscheinlich in seiner Jugend dieses Instrument kennengelernt und wurde eventuell von seinem Lehrer Zachow darauf unterrichtet.
Die Reichel-Orgel der Marktkirche stellt ein bedeutendes Denkmal des mitteldeutschen Orgelbaus nach dem dreißigjährigen Krieg dar. Erst langsam erholte sich das Land von den massiven Kriegsfolgen. Daher ist das eigentliche Instrument relativ klein, besonders im Vergleich mit repräsentativen Orgelbauten im folgenden Jahrhundert. Das massive und kunstvolle Gehäuse deutet jedoch eine erheblich zeitgenössische Wertschätzung an.

Eine besondere Bedeutung errang dieses Instrument jedoch im Zusammenhang mit den berühmten Organisten Halles: Georg Friedrich Händel hat in seiner Jugend sehr wahrscheinlich dieses Instrument kennengelernt und wurde eventuell von seinem Lehrer Zachow darauf unterrichtet. Da Orgeln, auf denen Händel musizierte, sowohl in Deutschland als auch in England kaum noch erhalten sind, ist das Instrument in der Marktkirche ein außerordentlich seltenes Dokument von Händels persönlicher Klangwelt. Später dürfte auch der genialische älteste Sohn Johann Sebastian Bachs, Wilhelm Friedemann Bach, während seiner Dienstzeit als Organist in Halle auf diesem Instrument musiziert haben. Als Orgelspieler überragte sein Ruhm den des Vaters zeitweise; seine Fähigkeiten hat Johann Sebastian Bach selbst in zahlreichen Orgelsoli in Kantaten und späten Werken verewigt.

Disposition:

Grobgedackt 8’
Prinzipal 4’
Spillflöte 4’
Oktave 2’
Sesquialtera 2f. (13/5’+1½’)
Superoktave 1’


Musikbespiel:
Friedrich Wilhelm Zachow (1663-1712) :
Präludium und Fuge in F (WV 38)
Gespielt von Matthias Eisenberg

 
 

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