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Mariana

Mariana

Die Basilika Mariae Himmelfahrt in Mariana wurde 1704 im Stil vieler jesuitischer Kirchen erbaut. Der Grundriss ist rechteckig, die Fasade wird von einem dreieckigen Aufbau und zwei Türmen bekrönt. Im Inneren findet sich eine prächtige Ausstattung mit farbigen Fassungen und Vergoldungen. Mit einer päpstlichen Bulle entstand 1745 die Diözese Mariana, als man das Dorf zur Stadt erhob. Die alte Pfarrkirche erhielt den Rang einer Kathedrale. 1753 kaufte man in Lisabon die Orgel von Arp Schnitger, die auf einer eigens errichteten Empore aufgestellt wurde.

Gegen 1798 mussten wegen des schlechten Zustandes die äußeren Mauern Stein für Stein erneuert werden, aber erst zwischen 1978 und 1984 erhielt die Kirche eine grundlegende Restaurierung, bei das Gewölbe, das Dach, die Türme und der Bodenbelag sowie innere und äußere Malereien erneuert wurden. Die dabei vollzogene Veränderung des Bodens beeinflusste allerdings auch die Akustik.
Als Höhepunkte der Ausstattung gelten die beiden illusionistischen Kuppeln, die beiden grossformatigen Altäre im Seitenschiff. Sowohl die Darstellung der Rosenkranzmadonna als auch des Heiligen Michael werden dem Portugiesischen Bildhauer Francisco Xavier de Brito zugeschrieben.
Über die Geschichte der Orgel in Mariana konnten erst jüngere Forschungen Aufschluss ergeben. Allem Anschein nach stellte der Geselle Schnitgers Hulenkamp (Hulencampo) 1711 eine Orgel im Franziskanerkloster zu Lissabon auf. Der Vertrag ist mit dem 20. August datiert. Im Jahr 1752 kaufte Pater José de Oliveira von dem Orgelbauer Joâo da Cunha in Lisabon ein Instrument für die Kirche in Mariana (Brasilien). Sie wurde abgebaut, in 18 Kisten verpackt und mit dem Schiff nach Brasilien gebracht. Beigelegt waren auch Anleitungen zum Wiederaufbau, da der Orgelbauer offenbar nicht mit auf die Reise ging. Noch heute steht diese Orgel in Mariana. Möglicherweise war das Instrument ein Geschenk des portugiesischen Königs Joseph I. (1714-1777). Da sich an Orgel in Mariana ein Engel finden lässt, der das Wappen des Franziskaner-Ordens trägt, ist anzunehmen, dass es sich tatsächlich um ein und dasselbe Instrument handelt.

1974 hatte die Orgel folgende Disposition: Oberes Manual (Positiv)
Bass: Flautado 8, Realeo em 5a, Voz. angelica 4, Estrepitoso (Zungenregister?) 8;
Diskant: Principal 8, Forte, Flautino 4, Forte em 5a e 8a, Tarrecas (Zungenregister?) 16; Unteres Manual (Hauptwerk) Bass: Cromorne 8 bass, Cheio em 3a e 5a bass, Flautim treble, Voz celeste 4, Dulciana 8; Diskant: Cromorne 8 treble, Forte em 3a e 5a treble, Forte em 5a, Forte treble, Dulciana 8 treble
Umfang: C/F-c3 (45 Töne, kurze Oktave)
Aus der Disposition zu schließen, ist die Orgel mehrmals umgebaut worden. 1978 führte die Firma Beckerath eine Restaurierung durch. 2001 erfolgte eine weitere Restaurierung durch Bernhardt Edskes.

Musikbeispiel:

Quitapesares - from "Sones de Órgano Del año 1743" (Anonymes - reducciones Jesuíticas de Paraguay, misiones de Chiquitos y Virreinato del Peru)

Dispositionen 1983 im Vergleich:

Mariana


Faro

Hauptwerk



Hauptwerk

1974

1752


Am Instrument abzulesen




Contrabaixo 24 (O)


Flautado 12 tap (S)


Flautado 24 (O)

Flautado 8'

Flautado 12 ab(S)


Flautado 12 (H)




Voz humana (O)

Flautibo

Faluta em oitava (S)


Bordao (H)

Voz angelica 4'

Oitava real (S)


Oitavo real (H)

Realejo em quinta

Dozena (S)


Quinta real (H)


Quinzena (S)


Quintadecima (H)

Forte em quinta

Cheio a 3 (15,19,22) (S)


Cheio 4 filas (O)

Forte

Cheio a 2(12,15) (S)


Cheio 2 filas Bass (H)




Corneta 5 filas Diskant (O)

Tarrecas (?)

Trombeta real (S)


Trombeta real (H)


Voz humana belica Bass (S)


Trombeta de marcha Bass (O)


Voz humana belica Diskant (S)


Clarim Diskant (O)





Positiv


Brustwerk

Cromorne 8'

Flautado 12 tap (S)


Flautado 12 (H)

Voz celeste 4'

Flautado 6 tap (S)


Flautado 6 (H)

Flautino

Flautim Diskant (S)


Flautilha Diskant (H)

?

Quinzena (S)


Decimaquinte (H)

Forte em quinta

Dezanovena (S)


Decimanona (H)

Forte nos agudos

Vintdozena (S)


Vigesima segunda (H)

Cheio em 3a e 5a

Cheio a 2 (12,17) (S)


Cornetilha 2/3 (H,O)

Dulcisona

Dulcaina


Cheio 2/3 (O)

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